Il Borgo di Taviano

Taviano wird auch als “Sanremo der Region Salento” bezeichnet, und beansprucht außerdem für sich den Titel „Stadt der Blumen“.

Die Aufwertung der Altstadt hat dem Ort ein dynamisches und jugendliches „Gewand“ verliehen: die zahlreichen Lokale und Restaurants beleben die Abende und die kleinen Gässchen laden zum Flanieren ein, um neue Plätze und kleine Ecken zu entdecken. „Nüchternheit“ scheint das Schlüsselwort Tavianos zu lauten. Die Häuser mit ihren Innenhöfen und die unterirdischen Ölmühlen erzählen vom einfachen Leben der Bauern und die vielen Kirchen weisen, trotz eleganter und feiner Fassaden, barocke Züge auf.

Taviano liegt privilegiert am Meer, neben Mancaversa, nur wenige Schritte von der Stadt entfernt, unwiderstehlich schön mit klarem Wasser und sanften Klippen, und ist somit im Sommer für viele ein unwiderstehliches Touristenziel. Die, die diesen Ort besuchen, ob für ein Bad im Meer oder einen Spaziergang in der Altstadt, können sich der Faszination dieses Ortes nicht entziehen und lassen beim Abschied ein Stückchen ihres Herzens in Taviano.

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Geschichte

Die Geschichte Tavianos zu erzählen, kommt einem Hürdenlauf gleich, ein von Hindernissen überzogener Weg mit wenigen historischen Funden.

Dank verschiedener Steinformationen wissen wir, dass das Gebiet seit der Jungsteinzeit bewohnt war, doch die Meinungen über die Gründung des Ortes klaffen weit auseinander, die Meisten führen sie auf das römische Zeitalter zurück.

Die Lehnsgüter der Stadt waren im Mittelalter verschiedenen Feudalherren anvertraut, doch das wichtigste Feudalsgeschlecht war das der „De Franchis“, deren Namen der Marquis-Palast heute noch trägt.

Um 1800 befand sich Taviano in kritischem Zustand, aufgrund nicht trockengelegter Sümpfe, die die Siedlung umgaben, aber auch aufgrund der schlechten öffentlichen Verwaltung. Die hygienischen Bedingungen waren äußerst schlecht, mit baufälligen Häusern, verfaultem Fleisch, das auf dem Markt verkauft wurde, offenliegende Kloaken, überall herumlaufende Mäuse und Kriminelle, die nicht bestraft wurden.

Das alles führte zu verschiedenen Epidemien in der Bevölkerung, die sich gegen die Gemeindeverwaltung auflehnte. Diese behauptete, dass niemand in der Lage wäre, die Situation zu retten und flüchtete. Das gebeutelte Volk wendete sich an die Madonna und der Alptraum hörte auf. Heute noch spricht man in Taviano von einem Wunder, und man weiß nicht, ob es wahr ist oder nicht, doch das was zählt, ist, dass daraus eine lächelnde Ortschaft am Meer wurde, reich an Geschichte und Kultur, und vor allem an Blumen.

 

Die Kirche San Martino

Die Region Salento ist das Land jahrhundertealter Olivenbäume, aber auch ausgedehnter Weingüter und alle, wirklich alle feiern am 11. November den neuen Wein: an diesem Tag werden Verpflichtungen beiseitegelegt und die Telefone laufen heiß, um sich für die Feierlichkeiten mit klirrenden, mit Wein gefüllten Gläsern zu organisieren.

In Taviano hat man am 11. November doppelten Grund zu feiern, da San Martino, der heilige Sankt Martin, der Schutzpatron der Stadt ist, dem die Mutterkirche gewidmet ist. Eine nüchterne, streng anmutende Kirche, mit Pultdach und zwei Nischen mit den Statuen des Heiligen Petrus und Paulus. Im Inneren befinden sich Motive, die an den Barock erinnern, ohne jedoch – wie sonst in diesem Stil üblich – den Blick des Besuchers abzulenken. Die Gemälde in der Kirche sind von großer künstlerischer Bedeutung; zu den bereits vorhandenen kam kürzlich eine weitere Gemälde-Reihe über das Leben des Sankt Martin hinzu, angefertigt von dem Maler der Stadt, Francesco Palma.

Wallfahrtskirche der Madonna des Wunders

Die Gemeinschaft Tavianos wird seit je her von der Verehrung der Madonna angetrieben, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Ort von den Pest- und Meningitis-Epidemien heilte. Der Kult hat Jahrhunderte überdauert und die Hingabe des Volkes zu ihrer Madonna gefestigt. Als Zeichen ihrer Dankbarkeit verzichteten die Menschen auf ihr Vermögen, um das nötige Gold für die Erstellung ihrer Krone zusammenzutragen; auch nach der Entwendung ihres Schatzes, wurden weitere Wertgegenstände gespendet, um die Krone wiederherzustellen und heute noch bringen junge Bräute der Maria weiße Blumensträuße.

Die Statue der Madonna des Wunders, oder auch der „schmerzerfüllten Madonna“, befindet sich im früheren Mönchskloster, das seit 1952 die Wallfahrtskirche der Madonna des Wunders ist.

Die Fassade und das Innere sind im Barockstil gehalten, die Holzaltäre sind wertvolle Anfertigungen und das Orgelgehäuse ist für Kunstliebhaber von großer Bedeutung.

Die Wallfahrtskirche ist für Gläubige geöffnet, die der Madonna huldigen, oder bei erfreulichen Anlässen Blumensträuße vorbeibringen möchten, Zeichen einer unerschütterlichen Bindung zwischen der Jungfrau und der Stadt Taviano.

Der Marquis-Palast

Der Marquis-Palast erhebt sich im ältesten Teil Tavianos und ist das Schmuckstück der Stadt. Man weiß nicht, wann er gebaut wurde und obwohl er von diversen Adelsfamilien bewohnt wurde, trägt er noch heute den Namen der letzten Feudalherren: „Palazzo De Franchis“.

Taviano hat den Palast immer als wertvolles Gut angesehen und im Laufe der Jahre wurde er mehrfach restauriert, um ihn der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Seit einigen Jahren werden dort Ausstellungen und Veranstaltungen nationaler Relevanz organisiert. Er beherbergt außerdem die städtische Gemäldegalerie, eine Stärke Tavianos, die dank einer Spende zahlreicher Gemälde seitens eines privaten Sammlers realisiert werden konnte.

Der mächtige Palast steht auf der „Piazza del Popolo“, dem Platz des Volkes, und obgleich er eine glatte, schnörkellose Fassade aufweist, ist er im Inneren im oberen Stockwerk, dem Adelssitz, reich an Ornamenten, wie auch im unteren Stockwerk, mit Tonnengewölbe, das den Räumen einen ländlichen, antiken Charakter verleiht.

 

Der Name

Die Ursprünge der Stadt sind heute noch Diskussionsgrund in Taviano, es ist nicht klar, ob sie von den Römern gegründet wurde, ob sie Teil des Römischen Kaiserreichs oder der ersten Republik, oder griechische Kolonie war. Eine Legende erzählt allerdings, dass während der Ausbreitung des Römischen Reiches, Kaiser Octavian (besser bekannt als Augustus) höchstpersönlich durch den Ort zog und auf seinem Weg sein Pferd anhielt, um einen Passanten nach dem Namen der Ortschaft zu fragen. Dieser antwortete in aller Ehrlichkeit, dass niemand diesem Ort je einen Namen gegeben hätte, was Augustus sehr überraschte und entschied somit, die Stadt nach sich selbst zu benennen, die daraufhin für lange Zeit Octaviano hieß.

 

An Sankt Martin wird aus jedem Most guter Wein

 Die Bewohner der Region Salento stellen mit großem Bedauern fest, dass man außerhalb des italienischen Stiefelabsatzes, Sankt Martin nicht feiert. Hier, im Salento hingegen, wird mit Riten gefeiert, die mit dem gegorenen Most zu tun haben und mit dem Kaufmann, der von weit her kam und seinen Mantel einem frierenden Bettler überließ. Ob nun heilig oder profan: kein echter „Salentiner“  (Bewohner der Region Salento) lässt es sich entgehen, am 11. November mit dem neuen Wein anzustoßen; was für die gesamte Region eine unantastbare Tradition darstellt, ist in Taviano fast Pflicht, auf allen Plätzen und in allen Straßen verbreitet sich das Echo und bringt den Duft der gelesenen und gestampften Trauben mit sich.

Sankt Martin, der Schutzpatron Tavianos, scheint für die Bewohner dieses Ortes ein Freund zu sein. Heute noch erzählen die Alten die Geschichte eines Mannes, der während einer Prozession der Statue des Sankt Martin eine Sardine in den Mund steckte, um ihn den Durst zu lehren und dann, in Zeiten der Dürre, um Gnade zu bitten, als Alternative zum traditionellen Regentanz.

Sankt Martin stellt die Knospe dar, die aus der trockenen Erde sprießt und wird mit Festessen, neuem Wein und Hornviehmärkten gefeiert. Ein Brauch, der heute noch am 12. November in Taviano gefeiert wird, wenn mit dem Santu Martinieddhu die Schutzpatronen-Feierlichkeiten zu Ende gehen, und mit ihnen auch ein landwirtschaftliches Jahr, um wieder ein neues zu beginnen, in enger Übereinstimmung mit den antiken heidnischen Jahreswechseln.

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