Il Borgo di Melpignano

Melpignano ist der ganze Stolz seiner Bevölkerung, unermüdlicher Hüter eines kleinen, einfachen und doch unglaublich faszinierenden Örtchens. Melpignano heißt auch, frische Luft einzuatmen um die englischen Rasen herum und in den barocken Kirchen, im reinen und gepflegten Tuffsteingewand.

In diesem Städtchen ist in Allem die absolute Liebe zum eigenen Land zu erkennen, angefangen von den grasenden Eseln auf öffentlichen Wiesen und Beeten bis hin zum Griko: ein altgriechischer Dialekt, den die Enkel heute noch von den Großeltern lernen. So werden alle zu Wächtern ihrer Kultur und Traditionen, vor allem aber ihrer Wurzeln und eigenen Geschichte. Melpignanos wahre Symbole sind die Denkmäler, die fürsorglich erhalten werden, damit sie den Stürmen der Zeit und den menschlichen Barbareien standhalten können.

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Geschichte

Die Ursprünge Melpignanos sind bis heute nicht ganz geklärt, die glaubwürdigsten Annahmen schwanken zwischen den Griechen von Peloponnes und dem römischen Zenturio Melpinius, dem dieses Land infolge der römischen Besetzung zugesprochen wurde. Durch die Gässchen dieser Altstadt sind vier Jahrhunderte griechisch-byzantinischer Herrschaft gezogen, die ihr Schicksal bis in die heutige Zeit mit alten Sitten und Bräuchen beeinflusst haben. Ein Beispiel ist „Griko“, der regionale Dialekt, der bis heute von Generation zu Generation weitergegeben und in den Schulen geleert wird.

Im Mittelalter war Melpignano Lehensgut wichtiger Familien, darunter z. B. die Orsini Del Balzo, die D‘Aragona und schließlich die Herzöge De Luca. Nach dem Verschwinden der Feudalherrschaft 1806, schloss sich Melpignano dem Ort Castrignano de‘ Greci an und bildeten zusammen bis 1837 eine einzige Gemeinde.

Melpignano ist, wie einige andere angrenzende Gemeinden, Teil des Gebietes „Grecìa Salentina“, und war immer eine treibende Kraft der Bewahrung der griechischen Kultur. Ein Beispiel war Nicolò Maiorano, Priester in Melpignano und später Direktor der Vatikansbibliothek. Dieser erstand viele – im Salento entstandene – griechische Bände und bewahrte somit die griechische Kultur.

Auch heute noch ist die Stadt Melpignano unermüdlich aktiv, um ihr Gebiet, ihre frühzeitliche Sprache und vor allem ihre musikalische Tradition zu bewahren.

 

Piazza San Giorgio

Bequem auf einer der steinernen Sitzgelegenheiten, so lässt man die wunderschöne Piazza San Giorgio am besten auf sich wirken, die von einem Renaissance-Bogengang umgeben ist, wo früher der Wochenmarkt stattfand, der Kaufleute aus Lecce, Brindisi und Tarent nach Melpignano lockte. Nachdem der Markt nach Maglie verlegt wurde, verlor der Bogengang seine ursprüngliche Bedeutung, jedoch nicht seine Schönheit. In seinem Schatten kann man das wahre „Wesen“ dieser Piazza bewundern, in deren „Schoß“ die barocke Mutterkirche steht, die dem Heiligen Georg gewidmet ist, in barockem Stil mit griechischen und lateinischen Inschriften auf ihrem Portal, der Kapelle der Madonna und dem Uhrenturm, seit jeher Symbol der Dorfgemeinschaft.

Ex-Augustiner-Kloster und Kirche des Carmine

Unweit des Zentrums, von einem Rasen umgeben, der ein Gefühl tiefer Glückseligkeit auslöst, zeichnen sich das Ex-Augustiner-Kloster und die Kirche des Carmine ab.

1573 wurde mit den Bauarbeiten des Klosters begonnen, als die Kirche des Carmine dem Augustiner-Orden übertragen wurde. Der gesamte Komplex wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts restauriert, als Projekt des Architekten Giuseppe Zimbalo, der in diesen kleinen Ort den Lecceser Barockstil einführte, klar erkennbar vor allem in den Verzierungen des Portals. Die Säulen neben dem Portal stützen das Gebälk mit der Statue der Carmelo-Madonna, und zusammen mit allen anderen, die in der Fassade zu sehen sind, verschönern sie das gesamte Aussehen.

Nach der Abschaffung des Mönchsordens, blieb das Kloster lange Zeit vernachlässigt, und damit stark beeinträchtigt. Nichts desto trotz sind heute noch die Reste des Klosters mit lateinischen Inschriften zu sehen sowie ein zentraler Brunnen, in den ein Adler mit zwei Köpfen eingemeißelt ist, ein Wappen, das den „Durchzug“ der albanischen Adelsfamilie Castriota Scanderbeg bezeugt.

Heute ist das Kloster Sitz zahlreicher bedeutender Initiativen und der Klosterplatz empfängt jedes Jahr Besucher aus ganz Italien, die in diesen kleinen Ort strömen, um an der Finalveranstaltung des Festivals „Die Nacht der Tarantel“ teilzunehmen.

Der Marquis-Palast und die unterirdische Ölpresse

Der Marquis-Palast Castriota Scanderbeg in Melpignano hebt sich durch ein nüchternes und lineares Äußeres ab. Die milchig-weiße Fassade, mittlerweile von der Zeit gezeichnet,  und die Fenster mit den einfachen Gesimsen sind noch die wenigen bedeutenden Elemente seines äußeren Aussehens. Dieser Palast wurde 1536 auf Wunsch von Giorgio Castriota Scanderbeg gebaut und gehörte im Laufe der Jahrhunderte den verschiedenen Feudalherren des Ortes an, zuletzt der Familie De Luca. Es ist ein zweistöckiges Gebäude, das auf den Resten eines alten Schlosses erbaut wurde, von dem heute noch die Rondengänge, die Wachttürme und die Schilderhäuser erkennbar sind.

So schlicht das sichtbare Äußere des Palastes sein mag, so einzigartig ist sein Inneres, im Besonderen sein Garten, mit den schachförmig angelegten Wegen, dem zentralen Brunnen, den Lauben und Balustraden aus dem Lecceser Stein, unter denen man den kühlen Schatten genießen kann.

Die jüngste Restaurierung des Palastes hat Melpignano zu der Internationalen Messe kulturellen Erbes in Paris geführt, deren Thema lautete: „Europas beispielhafteste Baustellen“. Neben der Restaurierung der Kolosseum-Fassade sowie der Thermen in Pompei, profilierte sich ausgerechnet der Palast von Melpignano.

Im Besitz der Marquis war auch eine der unterirdischen Ölpressen, die sich zahlreich in der ganzen Region finden lassen, und die heute noch besucht werden kann, nur wenige Schritte von der zentralen Piazza San Giorgio entfernt.

Vollständig in Stein gehauen, ist die Ölpresse so gut erhalten, dass die Besucher einen fantastischen Einblick in das raue Leben der Ölmühlenbetreiber erhalten, inmitten der Steinpressen mit ärmlichen Nachtlagern und nur wenigen Lichtstrahlen, die spärlich durch die Öffnungen in dem Gewölbe dringen.

Die Nacht der Tarantel

Die Nacht der Tarantel zu beschreiben, bedeutet: Augen schließen und den Duft der Erde tief in sich hineinziehen. Denn diese Nacht ist die Energie der Welt, die unter den Füßen Tausender bebt, eine Nacht, die dich überfällt, mitreißt und einsaugt. Es ist eine Energie, die dich dazu bringt, dich unermüdlich zu bewegen und zu singen, egal ob du 1 Jahr oder 100 Jahre alt bist.

Die Nacht der Tarantel ist die vibrierende Region Salento, die dich zum Träumen einlädt, die bis in die dunklen Winternächte in deinem Herzen bleibt.

Die Nacht der Tarantel ist ein Märchen eines Ortes, auf den bis gestern niemand gewettet hätte und der heute in aller Munde ist. Ein Märchen, das dich hoffen und glauben lässt, dass alles, wirklich alles möglich ist.

Die Nacht der Tarantel ist die erfolgreiche Verbindung aus Volksmusik und Künstlern internationalen Ruhmes. Am 27. August in Melpignano, vor dem Augustinerkloster zu sein, bedeutet sich in diese Nacht zu verlieben, wie auch in alle darauffolgenden Nächte auf diesem Rasen, inmitten dieser Erde. Es passiert denen, die VOR der Bühne stehen, aber auch denen, die AUF der Bühne sind, den Sängern, den Musikern, den Konzertmeistern, die jedes Jahr nach Melpignano zurückkehren, um weiter zu schaffen und zu lieben.

So What Festival

Das zweitwichtigste Event in Melpignano, ist das Festival alternativer Klänge, das sich von alleine finanziert, dank der Crowdfunding-Aktivitäten. In wenigen Jahren hat dieses Festival bedeutende Interpreten angelockt, vom Rock über Hip Hop zum Reggae, mit Namen wie Mannarino, I Baustelle, Resina Sonora und viele andere mehr. Dem Verein „Altatensione“ (Bluthochdruck) ist es zu verdanken, dass die musikalische Messlatte von Jahr zu Jahr höher gehängt wird. Merkt euch die Daten im Kalender vor, denn das So What Festival darf im salentinischen Sommer nicht versäumt werden!

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