Il Borgo di Vico del Gargano

Das ruhige Leben in Vico del Gargano spielt sich in Sicherheit auf dem Vorgebirge ab, mit neugierigem Blick auf das Adriatische Meer. Die engen Straßen und viel zu eng aneinander gebauten Häuser sind der Schatz dieses Ortes, den man nur besuchen kann, wenn man einen langen Spaziergang zu Fuß macht.

Geht man die Gassen entlang, stößt man auf einen mittelalterlichen Ort, mit seinen Originalvierteln: Terra, Civita und Casale, die ihre Anordnung aus dem Mittelalter beibehalten haben, mit sichtbaren Ställen, unterirdischen Ölpressen und typischen Wohnungen. Hervorragende Erzähler der Geschichte des Ortes, der vergangene Traditionen aufrechterhält, sind die verzierten Tore und die zahlreichen Kirchen. In den Gässchen schwatzen die Frauen in den Hauseingängen, immer mit einem Lächeln und einem Gruß für alle auf den Lippen, und es ist nicht schwierig, hie und da einem Alten zu begegnen, der einem eine Orange oder Zitrone reicht; es ist eine Visitenkarte, die Alltagsgesten aus anderen Zeiten versteckt, an die wir nicht mehr gewöhnt sind.

Der Duft der Zitrusfrüchte ist in den Straßen, in den Kirchen, dringt aus den Fenstern… diese Früchte schmücken Vico am Valentinstag und wer weiß, ob nicht neue Lieben und neue Pärchen entstehen, so sagt es zumindest die Legende, warum also nicht daran glauben?!

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Geschichte

Das Gebiet von Vico del Gargano wurde seit der vorgeschichtlichen Antike bewohnt, doch die Gründung des Ortes geht auf 970 n. Chr. zurück, als eine Gruppe slawischer Eroberer hier ankam, vom Heerführer Sueripolo angeführt.

Man muss auf der Zeitachse vorrücken, um ein erstes schriftliches Zeugnis von dem Castrum Vici  zu finden, und zwar bis 1113, als die Normannen beschlossen, Grund zu kaufen, um ihre Festung zu bauen. Der Stauferkaiser Friedrich II schätzte das Schloss von Vico sehr und kam oft hierher, um seine Trabjagden oder prunkvolle Festmähler abzuhalten.

Das Zeitalter der Feudalherrschaft, zunächst im Zeichen der Familie Caracciolo und danach der Familie Spinelli, brachte Vico eine architektonische wie auch kulturelle Weiterentwicklung. Diese Wissenszunahme erreicht ihren Höhepunkt in der Aufklärung, als in diesem Ort eine Akademie und der „Baum der Freiheit“ errichtet werden. Ab 1800 nimmt das Stadtleben in Vico del Gargano den gleichen historischen Lauf wie der gesamte Süden.

Der Wiener Kongress führt die Bourbonen wieder auf den Thron und Vico ergreift offen Partei für die spanische Familie, während des „Risorgimento“ und der turbulenten Jahre der italienischen Einheit. Dies sind auch die Jahre, in denen im Ort mit dem Anbau und Handel von Zitrusfrüchten begonnen wird, eine wirtschaftliche Tätigkeit, die heute nicht mehr aus dem Stadtgeflecht wegzudenken ist.

San Menaio

In San Menaio erreicht der Aleppo-Kiefernwald fast den feinen Sand des Strandes. Dieser ist einer der schönsten Strände der apulischen Küste; sein linearer Lauf wird nur von einem ehemals der Verteidigung dienenden Turm unterbrochen, der den Altstadtkern von San Menaio von dem früheren trennt, der „murge nere“ genannt wurde, also schwarzes hohes felsiges Land, wegen zweier Felsen, die aus dem Wasser ragen.

Normannisches Schloss und Ringmauer

Durchstöbert man das unermessliche Archiv Neapels, stößt man auch auf das erste Dokument, in dem Vico del Gargano erwähnt wird. Wir sind kurz nach dem Jahr 1000, die Normannen sind im Süden angekommen und beginnen in ganz Süditalien ein großes Verteidigungswerk.

Mit dem Castrum Vici bauen sie eine mächtige Festung, die in die erste Ringmauer „integriert“ wird, die um das Jahr 1000 errichtet wurde. Nichts desto trotz, wird Vico del Gargano dennoch von den Türken angegriffen und rüstet sich aus diesem Grunde mit einem zweiten Ringmauersystem.

Die Jahre vergehen und 1240 kommt der Stauferkaiser Friedrich II in der Region „Gargano“ an und ist von dem kleinen Ort und seinem Schloss völlig überwältigt. Das Schloss wird durch den Puer Apuliae (Apuliens Sohn) in seinem Aussehen und seiner „Seele“ verändert: es dient nun nicht mehr der Verteidigung, sondern wird – ähnliches eines Patrizier-Wohnsitzes – umgebaut und wird DER Schauplatz für die Trabjagden des Kaisers sowie seine prunkvollen Festmähler. Im Laufe der Jahrhunderte hat das Schloss weitere wichtige Umbauten erlebt, bis es im 14. Jahrhundert schließlich zu seinem aktuellen Aussehen gelangt. 1856 wird die Festung von der Familie Savoia verkauft, da sie die Militärausgaben dieser Jahre wieder einholen musste.

Heute hat das Schloss auf seinen Original-Eingang verzichtet, zugunsten eines Einganges auf nord-westlicher Seite; Spitzbögen gehen dem Eingang zum Hof voraus, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet. Unweit davon ist ein Treppenabsatz aus zwei Stufen zu finden, der den Rittern und Damen das Aufsteigen auf das Pferd erleichterte.

 

Kirche der “Schönen aufgefahrenen Jungfer”

Vico del Gargano ist auch als Ort der hundert Kirchen bekannt, wegen der zahlreichen Kultusgebäude, die in seinen Gassen verstreut sind. Unter diesen sticht die Kirche der „Schönen aufgefahrenen Jungfer“ hervor, die älteste Kirche dieses apulischen Ortes.

Die Mutterkirche von Vico del Gargano weist keinerlei bedeutende Verzierungen auf, wie man es von den Kirchen hier gewöhnt ist, sie ist sowohl außen wie auch innen schlicht und einfach gehalten. Die Außenfassade wird durch den Glockenturm auf quadratischem Grundriss sowie durch die rotbraune Rippenkuppel bereichert.

Das Innere der Kirche ist sehr hell, dank der vielen Fenster, die Kirchenschiffe sind von spitzbogenförmigen Säulengängen voneinander getrennt. Was hervorsticht, sind die elf Altäre, von denen einige barockähnlich verziert sind.

Der Umbra-Wald

Wenn wir vom Umbra-Wald sprechen, haben wir uns nicht in der Region vertan, denn trotz des ungewöhnlichen Namens befinden wir uns noch innerhalb der apulischen Grenze. Der Umbra-Wald verdankt seinen Namen wahrscheinlich den Umbrern, die in dieser Gegend lebten.

Die dichten Baumkronen lassen nicht mal die Sonnenstrahlen durch und hüten eine beeindruckende Artenvielfalt. Dieser Wald wird von 14 Pfaden durchquert und ist der ideale Ort für alle, die es lieben, in direktem Kontakt mit der Natur Sport zu treiben oder einfach den alltäglichen Ablauf der vielen Tiere zu beobachten, die in diesem Dickicht leben.

An heißen Tagen ist der Umbra-Wald ein fantastischer Rückzugsort um ein Picknick zu machen, dem sommerlichen Trubel zu entfliehen und gemütlich spazieren zu gehen oder um sich die Zeit zu nehmen, den kleinen Natursee und die wunderschönen Ecken dieses einzigartigen Ortes zu bewundern.

Vico del Gargano, die Liebe und die Küsse

Drück mich, während du mich küsst, in dieser Gasse wird uns niemand sehen. Schließe die Augen, während du mich küsst, denn die Welt um uns herum existiert nicht, hier sieht sie uns nicht, hier hört sie uns nicht. Liebe mich, während du mich küsst, weit ab vom Geschwätz, vom Kaffeeduft, vom ohrenbetäubenden Lärm. Schenke mir die Stille, während du mich küsst.

Vico del Gargano ist der Ort der Liebe, süß und leidenschaftlich. Und diese wird in ihrer reinsten Form am 14. Februar gefeiert, Tag des Heiligen Schutzpatrons, des Heiligen Valentins. Die Straßen dieses kleinen Ortes werden mit Zitrusfrüchten und Orangenblüten geschmückt und die Legende erzählt, dass sich die Frucht, die man aus der Valentinsdekoration pflückt und der geliebten Person schenkt, in ein Liebeselixier verwandelt. Ob wahr oder falsch, Vico del Gargano ist mit Sicherheit einer der privilegierten Hüter vieler Liebesgeheimnisse.

Die Gasse der Küsse, nur wenige Schritte von der Kirche Sant’Andrea entfernt, hütet ganze Jahrhunderte an geflüsterten Worten, verheißungsvollen Blicken und stillen Küssen. Die Liebesgeschichten dieses Ortes sind alle zwischen den nackten Mauern dieser Straße aufbewahrt, die ein Muss für Verliebte geworden ist, die nicht auf ein romantisches Souvenir als Erinnerung verzichten möchten. Seit ein paar Jahren wird anlässlich des Valentinstages ein richtiger Event organisiert, „sich in Vico küssen“ genannt und ist zu einer süßen Tradition geworden, die zahlreiche Pärchen in diese Altstadt lockt.

Apuliens Orangen

Nicht nur Orangen aus Sizilien! Dies können die Bewohner von Vico del Gargano laut herausschreien, die seit 1800 eine Tradition voranbringen, die Teil ihrer Kultur geworden ist. So ist dieser Ort in der Tat, gemeinsam mit Rodi Garganico und Ischitella, der wichtigste Produzent und Händler von Zitrusfrüchten in Apulien!

Zwischen dem Umbra-Wald und dem Nationalpark des Gargano erstreckt sich eine Zitrusplantage, auf der erlesene Arten angebaut werden, wie z. B. die „Blonde Orange des Gargano“, die „Duretta“ und der „Femminello“, die älteste Zitronenart Italiens.

Diese Früchte haben Mahlzeiten bedeutender historischer  und darunter auch zahlreicher königlicher Persönlichkeiten begleitet und bereichert.

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