Il Borgo di Monte Sant'Angelo

Monte Sant’Angelo ist eine weitere reizende Altstadt, auf Felsen gebaut, klein und abgeschieden, die behutsam ihre Tradition und ihren Volksglauben bewahrt.

Die Mauern des normannischen Schlosses wurden mit der Zeit Teil des einfachen, täglichen Lebens und haben so ein entzückendes Altstadtzentrum mit seinen kalkweiß gestrichenen Häusern bewahrt und beschützt. Monte Sant’Angelo ist von einem Schleier echten Glaubens bedeckt, der auf ein frühzeitliches Christentum zurückzuführen ist, mit ständig wiederholten leisen Klageliedern und duftendem Weihrauch. Heute noch ziehen durch die Gassen dieses Ortes, wie bereits im Mittelalter, Pilger, um zum Altar des Heiligen Michaels zu gelangen, um die eigene ewige Verehrung darzubringen.

Nur unweit der Grotte wird dieses Umherirren still von der Kirche des Heiligen Petrus und vom Baptisterium des Heiligen Johannes beobachtet, zwei Kultusgebäude, von denen heute nur noch Reste übrig geblieben sind, die aber ausreichen, um von ihrer unvergleichbaren Schönheit zu erzählen.

Ob man nun glaubt oder nicht, einmal im Leben müsste man sich auf den Weg machen, auf der Suche nach sich selbst, um sich dann in dieser hochgelegenen Einsiedelei wiederzufinden.

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Geschichte

Die Ursprünge von Monte Sant’Angelo verlieren sich zwischen Mythen und Legenden, die von mittelalterlicher Kultur und frühzeitlicher Spiritualität durchzogen sind. Wir befinden uns im Jahre 490 n. Chr., als im Gebiet um Sant’Angelo ein reicher Pastor seinen Stier verlor und ihn nach Tagen zermürbender Suche kniend in einer engen Höhle wiederfand. Er hing so sehr an dem Tier, dass er alles versuchte, um es zu retten, obwohl es offensichtlich war, dass er niemals in die Einbuchtung passen konnte.

All seine Versuche waren vergeblich, und so beschloss der verzweifelte Mann einen Pfeil gegen den Stier abzufeuern, der auf unerklärliche Weise zurückkam. Der ratlose Pastor erzählte den Vorfall dem Bischof von Siponto, der der Bevölkerung drei Bußtage auferlegte. Am dritten Tag, am 8. Mai, erschien dem Bischof der Erzengel Michael, der ihn aufforderte, die Grotte in seinem Namen der christlichen Spiritualität zu weihen. Der Erzengel erschien dem Bischof auch noch in zwei weiteren Gelegenheiten, in den Jahren 492 und 493.

So nimmt die Gründung eines bewohnten Ortes ihren Lauf, der offiziell im Jahr 1000, während des Mittelalters entstand.

Die Legende des Heiligen Michael hat dem Ort einen Ruhm verschafft, der heute noch anhält und der ihn im Laufe der Jahrhunderte zu einer Pilgerstätte werden ließ, auf dem Pilgerweg der heute als „Via Francigena“ bekannt ist. Dieser Weg startete bei der Wallfahrtskirche Mont-Saint-Michel  in der Normandie und führte bis zum äußersten Zipfel Apuliens, zur Wallfahrtskirche Santa Maria di Leuca.

Trotz seiner heiligen Aura, blieb der Ort nicht von den Überfällen der Sarazenen verschont sowie von der Pestepidemie, die die Bevölkerung 1656 dezimierte. Zu dieser Zeit, so wird erzählt, erschien der Heilige Michael wieder dem Bischof, und brachte Gnade und Heilung. Ab 1700 dehnte sich Monte Sant’Angelo weiter aus, dank der Verbreitung des Bauwesens, das das antike Stadtbild veränderte und auch außerhalb der historischen Stadtmauer neue Viertel entstehen ließ.

Monte Sant’Angelo ist nicht nur ein Ort christlicher Geistigkeit, 2011 wurde er Unesco Welterbe und 2014 hat die „National Geographic Society“ die Grotte des Heiligen Michael unter die zehn schönsten Höhlen der Welt aufgenommen.

Die Grotte des Heiligen Erzengels Michael

Monte Sant’Angelo ist seit dem 5. Jahrhundert, als es zu einigen Erscheinungen des Erzengels Michaels gekommen sein soll, ein auserwähltes Ziel für viele Pilger aus der ganzen Welt.

Oft starteten sie beim Kloster Mont-Saint-Michel und folgten dem Pilgerweg entlang der „Via Francigena“. Die Kreuzfahrer, die auf dem Weg ins Heilige Land waren, empfanden es als eine Pflicht, an diesem Ort Halt zu machen, um sich vor ihrem Vorhaben zu läutern; zu dieser Wallfahrtskirche sind aber auch Päpste und Heilige gekommen, darunter auch der Heilige Franz von Assisi.

Die christliche Tradition berichtet, dass die Kardinäle, die die Grotte des Heiligen Michael besuchen, dazu bestimmt seien, Papst zu werden: so war es auch der Fall für Karol Woijtila, der 1974 vor Ort war, aber auch für weitere wichtige Persönlichkeiten, die den päpstlichen Thron bestiegen haben.

Die Grotte des Heiligen Michael weist heute nicht mehr das ländliche Aussehen auf, das die mittelalterlichen Pilger einst vorfanden, die gezwungen waren, unsichere und in den Fels gehauene Stufen hinabzusteigen, um den Heiligen zu verehren. Wer die Wallfahrtskirche heute besucht, steht vor einer kleinen Kirche, die perfekt in die unterirdische Höhle eingefasst ist. Nachdem man 89 Stufen hinabgestiegen ist, befindet man sich vor dem unteren Eingangshof und vor Bronzetoren, die in Konstantinopel gefertigt und der Kirche von einem Händler aus Amalfi geschenkt wurden.

Auf den Türblättern sind Szenen eingraviert, die das Leben einiger Heiliger darstellen. Diese Tore hüten eine einfache und schlichte kleine Kirche, die im gotischen Stil errichtet wurde. Auf der rechten Seite der Kirche gelangt man zu der Grotte des Heiligen Michael: eine in den Fels gehauene Krypta, die von einigen Kerzen sowie vom zarten Tageslicht beleuchtet wird, das durch eine kleine Öffnung dringt.

Die einzigartigen Verzierungen dieses heiligen Ortes sind die Altäre: der barocke Altar ist dem Heiligen Sakrament gewidmet und der Hauptaltar trägt die Statue des Heiligen Michael, die 1507 aus weißem Carrara-Marmor von Andrea Cantucci, genannt Sansovino verwirklicht wurde.

Das Schloss Monte Sant’Angelo

Monte Sant’Angelo wurde seit dem 9. Jahrhundert von der Ringmauer geschützt, die vom Schloss ausging und die ganze Altstadt umarmte. Auf den Anfang genau dieses Jahrhunderts geht der Bau des Schlosses zurück, das auf Wunsch der Langobarden errichtet wurde, die dem Kult des Heiligen Michael sehr ergeben waren.

Das Schloss von Monte Sant’Angelo hat zehn Jahrhunderte Geschichte durchquert, hat Prinzen und Prinzessinnen kennengelernt, die Normannen, die Staufer und das Haus der Anjou, und hat sich all den unterschiedlichen Bedürfnissen stets angepasst. Das letzte Zeugnis des antiken ursprünglichen Kerns, das es bis in unsere Zeit geschafft hat, ist ein fünfeckiger Turm, der auch als „Turm der Riesen“ bekannt ist. Nach historischen Quellen geht er auf das Zeitalter der Normannen zurück, die ihn auf die Reste einer anderen, von den Langobarden errichteten Verteidigungsanlage gebaut hätten.

Die bedeutendsten Umbauten des Schlosses fanden während des Kaiserreichs des Stauferkaisers Friedrich II statt sowie während der spanischen Herrschaft, deren „Handschrift“ noch heute bewundert werden kann. Nachdem die Familie Grimaldi von Gerace das Schloss besessen hatte, wurde es 1798 königliches Gut, bis zu Napoleon Bonapartes Niederlage. Mit der Rückkehr der Bourbonen, wurde das Schloss dem Willen des Kardinals Ruffo überlassen, der es wiederum seinen Nachfolgern hinterließ, die es in die Hände von Hirten und Landwirten gaben.

Diese rissen es teilweise nieder und machten daraus einen Tierunterschlupf, einen Stall, und zerstörten es dadurch unwiederbringlich. Erst 1907 schaffte es die Gemeinde Monte Sant’Angelo das Schloss wieder zu „befreien“ und führte große Restaurierungsarbeiten durch, um es der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

 

Museum der Künste und Volkstraditionen des Gargano.

Das antike Kloster des Heiligen Franziskus in Monte Sant’Angelo, ist – abgesehen von seiner ursprünglichen geistigen Funktion – zum Sitz eines der bedeutendsten Museen der Künste und Volkstraditionen in Apulien geworden. In diesem Museum finden sich Zeugnisse einer Kultur, einer Gesellschaft, die der unseren ähnelt, von der wir aber dennoch sehr wenig wissen.

Dank eines umfangreichen fotografischen Archivs sowie historischer Gebrauchsgegenstände und Rekonstruktionen, kann man sich in die Männer und Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts hineinversetzen, die sich mit Schwierigkeiten auseinandersetzen mussten, die wir uns nicht mal mehr vorstellen können. Dieser Ort erzählt von Traditionen und Bräuchen, in denen unsere Wurzeln liegen und beschenkt uns mit interessanten Geschehnissen und Geschichten aus anderen Zeiten.

Die alten Berufe ziehen Jung und Alt an, die z. B. den Webstuhl bestaunen, mit dem Stoffe hergestellt wurden, oder auch die Werkzeuge für den Weizen- und Weinanbau, genauso die Schreinerarbeiten… Dieses Museum kann die kulturelle Herausforderung hoch erhobenen Hauptes annehmen, denn es zeigt auf mitreißende und innovative Art und Weise die wertvolle Bedeutung der antiken Lehre und weist hohe Besucherzahlen auf, vor allem aus den jungen Generationen.

Rotharis Grab?

Monte Sant’Angelo hütet auch eine Legende, die mit dem langobardischen König Rothari zu tun hat, und viele Besucher aus ganz Italien an diesen Ort lockt. Nur wenige Schritte von der Grotte des Heiligen Erzengels Michael entfernt, befindet sich der imposante Komplex San Pietro (Heiliger Petrus), der historischen Quellen nach, bereits vor dem Bau der Wallfahrtskirche bestanden hätte.

Es sind nur noch wenige Reste der Kirche San Pietro übrig sowie eines halb versteckten Gebäudes, das das Baptisterium San Giovanni (Heiliger Johannes) sein muss. Im Inneren dieses Gebäudes befindet sich eine Inschrift, die für lange Zeit hat glauben lassen, dass an diesem Ort der langobardische Herrscher begraben sei, der zu Lebzeiten den Willen geäußert hatte, in Monte Sant’Angelo bestattet zu werden.

Dennoch ist es viel wahrscheinlicher, dass Rothari heute noch in Pavia ruht, wo er verstorben ist, und die Legende vermutlich nur aus einer Fehlinterpretation des Begriffes tumba entstanden ist, der auf der Inschrift zu lesen ist. Nichts desto trotz ist der Komplex des Heiligen Petrus sicherlich sehr sehenswert, auch ohne den langobardischen König.

Von der antiken Kirche ist nur ein Kirchenschiff ohne Bedachung übrig geblieben, eine Apsis und das Baptisterium, das von geschickten und weisen Händen errichtet wurde. Auf dem Portal, den Kapitellen und den Rahmen sind biblische Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zu sehen sowie menschenähnliche Figuren, die vermutlich Sinnbilder der Sünden und Tugenden der Menschen darstellen.

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Gefüllte Oblaten

Die besten Erfindungen entstehen aus menschlichen Fehlern und purem Zufall. Daran müssen die Bewohner von Monte Sant’Angelo jedes Mal denken, wenn sie an den Ofen oder in eine Konditorei gehen, oder auch nur, wenn sich in den Straßen der Duft karamellisierter Mandeln verbreitet, der sie unvermeidlich an die „gefüllten Oblaten“ denken lässt.

Dies ist die süßeste Süßspeise in diesem Ort, die aus gerösteten und mit Honig und Zucker karamellisierten Mandeln zwischen zwei Oblaten hergestellt wird. Durch Monte Sant’Angelo zu streifen, bedeutet auch, auf zahlreiche Varianten dieses Desserts zu stoßen, das Viele mit einem gewissen lokalen Stolz präsentieren. Der Erfolg der „gefüllten Oblaten“ ist purer Zufall: die Geschichte erzählt, dass die Nonnen im Dreifaltigkeits-Kloster karamellisierte Mandeln zubereiteten.

Eines Tages fielen aus Versehen einige Oblaten auf die Mandeln und lösten sich nicht mehr davon, trotz aller Versuche. Dies war sicherlich einer der besten Fehler aller Zeiten!

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