Il Borgo di Barletta

Geschichte. Kultur. Regionale Traditionen.

Vermischt mit dem typischen Fischgeruch und einem wunderschönen Meerespanorama, das ihr bewundern könnt, so lange ihr möchtet: so lange es eure Seele verlangt, damit es ihr gut geht.

Vergessen wir nicht einen Spritzer Mystik und einen Hauch Neugier, um das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen und den magischen „Teig“ zu lockern.

Dies ist Barlettas Rezept, ein Ort zwischen dem Adriatischen Meer und dem Fluss Ofanto, ein Rezept, das nach den antiken Bräuchen des Südens duftet, die heute noch in der Altstadt lebendig sind.

Die Kathedrale besticht auf unerwartete Weise im Altstadtzentrum und zwinkert dem Meer zu, während sie dem Schloss von weitem zulächelt, gebieterisch und erhaben, wie es nur die friderizianischen Bauten tun können.

Ihr werdet Lust haben, alles an einem Tag zu besichtigen, aber schon bald werdet ihr merken, dass man die Stadt Barletta in kleinen Schlücken genießen muss, da ihr euch sonst an ihrer Schönheit betrinken werdet.

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Die Nähe zum Adriatischen Meer und zum Fluss Ofanto sowie das gesunde Gebiet sind Gründe dafür, dass Barletta schon seit weit vergangenen Zeiten bewohnt ist.  Doch ihren unvergänglichen Ruhm in der Urgeschichte hat die Stadt einem ihrer Teilorte zu verdanken, nämlich Canne, wo eine wichtige Schlacht zwischen dem Herr Hannibals und dem römischen Heer ausgetragen wurde, das eine schwere Niederlage erlitt. Im Mittelalter wuchs die Stadt bedeutend, dank der privilegierten Lage ihres Hafens, von dem aus man leicht das Heilige Land erreichen konnte. Das ständige Durchziehen von Kreuzfahrern und Kaufleuten auf ihrem Weg ins Morgenland hat das Glück der Stadt gefestigt. Wichtige Banken vor Ort und der kontinuierliche wirtschaftliche Handel garantierten der Stadt Barletta auch in den dunkelsten Zeiten Apuliens ihre Blüte, weshalb auch Kaiser Friedrich II Interesse an dieser Stadt bezeugte und Barlettas Schloss zu einem seiner Wohnsitze machte.

Die moderne Geschichte setzt ein deutliches Zeichen in Barletta: während des Zweiten Weltkriegs war die Stadt Schauplatz eines Disputs zwischen französischen und italienischen Soldaten und die Stadt gedenkt dieses Ereignisses heute noch mit Stolz.

Der Niedergang machte jedoch auch vor Barletta keinen Halt, Grund dafür war eine Pestepidemie, die die Stadt dezimierte und sie in zwei lange Krisenjahrhunderte stürzte. Barletta gelang ihre Befreiung immer wieder während der beiden Weltkriege, an denen die Stadt mit Werten und viel Mut teilnahm. Für ihre Heldentaten wurden der Stadt 11 Gold-, 215 Silber- und eine Sozialmedaille verliehen, was sie zur meist ausgezeichneten Stadt Italiens machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwachte in Barletta das Verlangen, sich von dem nahegelegenen Bari zu lösen, um ein autonomer Regierungsbezirk zu werden. Der Traum vieler wurde 2004 wahr, als genau das passierte und sich Barletta  seitdem diese Rolle mit Andria und Trani teilt.

„Canne della Battaglia“ („Schlachtruten“)

“Canne della Battaglia” ist eine der wichtigsten Altstädte Apuliens, und überschaut von ihrer Anhöhe die Städte Barletta, Canosa und Margherita di Savoia. Dieses Örtchen wird seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. bewohnt, die Zeugnisse seiner glorreichen Geschichte werden in seinem “antiquarium” aufbewahrt, wo man bedeutende Überreste des Durchzugs weit angereister Völker bewundern kann, darunter z. B. die Daunier, Griechen und Römer. Das „antiquarium“ geht dem Gebiet archäologischer Ausgrabungen voraus, auf das man stößt, wenn man einen langen, mit Bäumen bepflanzten Pfad entlanggeht. Ist man auf dem Hügel angekommen, wo einst die historische Stadt Canne stand, befindet man sich an einem Ort, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Mit ein wenig Fantasie kann man ihn sich wunderbar vorstellen, wie er mitten im mittelalterlichen Geist wohl war: von Arbeitern und Händlern bewohnt, reich an Werkstätten und Lagern, um Fleisch und Fisch aufzubewahren. Das wichtigste Gebäude ist die antike Kathedrale, eine urchristliche Basilika auf zwei Ebenen, von der heute noch ihre Kapitelle und die in den Stein gemeißelten Verzierungen bewundert werden können. Was man heute sieht, ist vor allem die mittelalterliche Stadt Canne, die jedoch auf eine Stadt aus dem römischen Zeitalter gebaut wurde, die durch zwei Hauptstraßen gekennzeichnet ist, die von kleineren Straßen gekreuzt werden. Die vielen Zerstörungen und der ständige Wiederaufbau der Stadt haben dazu geführt, dass die historischen „Schichten“ überdeckt wurden und man muss bedenken, dass das Ausgrabungsgebiet noch nicht bis auf den Grund ausgehoben wurde und somit noch viele Geheimnisse bergen könnte. So wurde z. B. bei einer der letzten Ausgrabungen ein domus, also ein typisch römisches Haus entdeckt. Die kleine Stadt Canne erlitt einen traurigen Verfall mit dem letzten Angriff der normannischen Truppen unter Robert Guiskard, der 1083 das Schicksal dieses Städtchens unerbittlich prägte.

Das Schloss von Barletta, Friedrich II, Julius Cäsar und die anderen.

Auch wenn es keine sicheren Informationen über seinen Bau gibt, so wissen wir doch, dass Barlettas Schloss in normannischer Zeit errichtet wurde. Nachträglich wurde es von den Staufern und somit von Friedrich II bewohnt. Unter Karl V und dem Anjou-Haus wurde es oft umgebaut und dem Volk in seinem heutigen Aussehen wiedergegeben. Das Schloss hat sein strenges Äußeres als Militärfestung beibehalten, umgeben vom Meer und einem tiefen Burggraben, der Feinde abhalten sollte. Es hat einen symmetrischen und einfachen Grundriss, mit vier Schutzwällen an den Eckseiten. Die interessantesten Aspekte des Schlosses sind zweifellos die unterirdischen Räumlichkeiten und das Museum, das aus mehreren Galerien unterschiedlicher Zeitalter und Bezeugungen besteht. Man kann die antike Galerie besuchen, die Galerie aus dem 19. Jahrhundert, die Galerie „Cafiero“ und schließlich eine Sammlung von Grabsteinen und –fundstücken. Unter all den Gegenständen, die im Museum aufbewahrt sind, zieht speziell eine Kalksteinbüste die Aufmerksamkeit der Touristen und Neugierigen ganz besonders an, über die heute noch Universitätsstudien und –thesen erstellten werden. Diese Büste soll einen Mann in römischer Kleidung darstellen, die Meisten denken, es handele sich um den Stauferkaiser Friedrich II, während andere tiefgründigere Analysen und Proben darauf hinweisen, dass es Julius Cäsar sei. Was den Disput anheizt, ist die besondere Eigenschaft des Stauferkaisers, der es liebte, sich in der typischen Kleidung römischer Kaiser abbilden zu lassen, sogar mit Lorbeerkrone, und zudem befindet sich unter der Büste eine unklare Inschrift. Die Einwohner Barlettas hören es gar nicht gerne, dass ihre These widerlegt wird, da die Stadt vor allem – wenn sie Recht hätten – die einzige wäre, die ein Bildnis des Puer Apuliae  hätte.

Kathedrale von Barletta.

Schlendert man durch die Straßen der Altstadt, befindet man sich plötzlich vor der Kathedrale von Barletta, die durch ihre unerwartete Erhabenheit überrascht. Die Kathedrale trumpft mit ihrem schlichten, fast strengen Aussehen auf, das aus dem Mix des romanischen und gotischen Stils hervorgeht. Der Glockenturm beherrscht den gesamten Bau, während die Fassade nur von einem Renaissance-Tor und einer zentralen Rosette geschmückt wird. Mit dem zusätzlichen Teil in gotischem Stil, wurde die Kathedrale mit trapezförmigen Absiden bereichert, die ihr eine erlesene Rückansicht bescheren. Von besonderer Bedeutung sind die Skulpturen, die sich am Eingang der Sakristei befinden, und zu den ersten Bezeugungen apulischer figurativer Kunst aus dem 12. Jahrhundert gehören sollen.

Die aktuelle Kathedrale steht auf den Resten gleich zweier vorhergehender Gebäude, die dank der jüngsten archäologischen Ausgrabungen entdeckt wurden. Heute wird man durch die Krypta der Kathedrale geführt, um die Überreste der ersten vorchristlichen Basilika zu bewundern, die genau an dem Ort gebaut wurde und von der noch Reste des Mosaikfußbodens sowie geometrische Verzierungen zu sehen sind. Diese Kirche war für lange Zeit verlassen und nachträglich wurde an der gleichen Stelle ein kleineres, für das Mittelalter typische Gebäude gebaut.

Die Basilika “Santo Sepolcro” und der Schatz der Pilger

Barletta war ein Land der Pilger und Händler, die ins Morgenland und vor allem nach Palästina zogen und zurückkehrten. Der Hafen befand sich in günstiger Position für diese Art von Reisen, was der Stadt jahrhundertelang ihren Reichtum garantierte. Die Reisenden und Kreuzfahrer, die Barletta verließen, gingen immer für ein letztes Gebet in die Basilika „Santo Sepolcro“ (Heilige Grabstätte). In einer Zeit, in der man zwar auf robusten, aber doch unsicheren Schiffen reiste, fürchteten selbst die Mutigsten, in Richtung des ungewissen Horizonts in See zu stechen. Viele derer, die sich von ihren schlimmsten Vorahnungen und Ängsten haben beeinflussen lassen, ließen ihre wertvollsten Güter in dieser Basilika zurück und erschafften dadurch den Schatz der Pilger. Güter unschätzbaren Wertes werden heute an diesem heiligen Ort aufbewahrt, in der Kapelle befinden sich Manuskripte, die die Hinterlassenschaft von Anwesen, Häusern und Grundstücken bezeugen, aber auch von Wertgegenständen und Schmuckstücken, oft aus dem Heiligen Land stammend und von französischen Handwerkern hergestellt. Unter diesen Gegenständen gibt es zwei ganz besondere und bedeutende: der erste ist eine eucharistische Taube aus Kupfer, die 1184 mit der alten Emailtechnik hergestellt wurde. Der zweite ist eine kreuzförmige Staurothek, die traditionsgemäß Reste des Kreuzes Jesu enthielt und von Jerusalems Patriarch 1291 in die apulische Stadt gebracht wurde.

Marra-Palast, Bildergalerie De Nittis

In der Region um Bari ist das einzige Barockbeispiel in Barletta zu finden, nämlich der Marra-Palast. Dieses historische Gebäude erinnert stark an die Basilika „Santa Croce“ in Lecce, sowohl wegen des Einsatzes des Lecceser Steins als auch wegen der sich wiederholenden Festons, Obst- und Blumenmotiven, verflochten mit den Buchstaben der Besitzerfamilie dieses Wohnsitzes. Nach den Restaurierungsarbeiten wurde der Marra-Palast für die Gemäldesammlung des Malers Giuseppe De Nittis zur Verfügung gestellt. Der Künstler, der ursprünglich aus Barletta stammt, war ein international bekannter Impressionist und seine Ehefrau spendete die Gemälde 1884 der Stadt. Zunächst wurden sie im ehemaligen Kloster San Domenico ausgestellt und nachträglich in den Räumlichkeiten des Schlosses, wo sie aber leider aufgrund der Nähe zum Meer zu stark gefährdet waren. Die Sammlung kann als Reise durch das Leben des apulischen Malers angesehen werden, die alle verschiedenen Momente seiner Existenz und seine wichtigsten Inspirationen darstellt. Man kann z. B. die wunderbaren Landschaften mit Blick auf den Vesuv bewundern, oder Städte wie London und Paris, aber auch seine Musen, darunter auch seine Ehefrau Leontine.

Herakleios, der schelmische Koloss

Er kam aus dem Orient, der Kaiser, der seit 500 Jahren von seinen mehr als fünf Metern auf Barletta und vor allem die Einwohner der Stadt schaut. Ein richtiger „Koloss“, anders kann man ihn nicht nennen, und so ist er auch in der ganzen Stadt bekannt, und als Teil ihrer Gemeinschaft anerkannt. Ein Musterbürger eben.

Die Bronzestatue stellt einen römischen Kaiser dar, doch seine wahre Identität kann nicht geklärt werden, auch wenn er in Barletta als Kaiser Herakleios bekannt ist. Es wird erzählt, der Koloss sei in Konstantinopel gestartet und hätte in Venezien ankommen sollen, doch das Schiff ging in einem starken Sturm unter und die Statue landete am apulischen Hafen. Lange Zeit blieb sie am Pier der Stadt vernachlässigt, bis 1491 ein neapolitanischer Bildhauer die fehlenden Teile der Arme und die Beine wiederherstellte. Die Bürger trugen die Statue auf ihren Schultern in die Nähe der Kirche „Santo Sepolcro“, wo sie sie aufstellten. Herakleios hat ganze Generationen Barlettas begleitet und hütet viele Mythen und Volksglauben. So wird z. B. berichtet, dass die Bevölkerung Barlettas vor sehr langer Zeit verzweifelt war, da französische Soldaten gesichtet wurden, die die Stadt stürmen wollten. Barletta fehlten sowohl Männer als auch Lebensmittel, um dem fremden Heer zu widerstehen. Die Stadt war das reinste Gejammer und ein Tal bitterer Tränen. Und so steigt der Koloss von seinem Sockel und fragt die Bewohner, was der Grund für ihre derart große Verzweiflung sei. Nachdem er sich alles angehört hat, geht er aus der Stadt hinaus, reibt sich die Augen mit einer Zwiebel und wartet auf einer Mauer sitzend auf die Ankunft der Soldaten. Als das französische Heer vor den Toren Barlettas eintrifft, stößt es auf einen weinenden Koloss aus Bronze. Die Statue erklärt ihnen, er sei der Kleinste der Stadt, aber auch der schlimmste Lausbub, der die Schule geschwänzt und wegen einer Wette alle Knöpfe seines Gewandes verloren hätte. Und so hat ihm seine Mutter, als sie erfahren hat, was er getan hat, den Hintern versohlt und ihn bestraft. Was die armen Soldaten wohl für ein Gesicht gemacht haben müssen, die bestürzt und erschrocken kehrtmachten und nie wieder zurückkehrten!

Die Herausforderung aller Herausforderungen

In Barletta gibt es keinen Wettkampf. Wenn man hier von Herausforderungen spricht, geht es weder um Fußballfans noch um Weltmeisterschaften, und alle wissen, dass man damit ein historisches Ereignis meint, aus dem fernen 16. Jahrhundert. Um genau zu sein war es der 13. Februar 1503. In einer Gaststätte lachten und schwatzten zum Klang der Bierkrüge spanische, französische und italienische Soldaten. Die Spanier machten den Italienern den ganzen Abend lang Komplimente, was die Franzosen nicht tolerierten und die Spanier herausforderten. Zu ihrem Pech tappten sie somit in eine geplante Falle seitens der Spanier und verloren sowohl den Kampf als auch die Ehre. Eine Inschrift in Barletta erinnert heute noch an diesen historischen Vorfall, den die Bevölkerung aber so oder so nur schwer vergessen hätte. Um den Sieg zu ehren, hat die Stadt den „Keller der Herausforderung“ im Erdgeschoss eines mittelalterlichen Palastes mit Gegenständen aus dem entsprechenden Zeitalter eingerichtet. Außerdem erinnert die Stadt jedes Jahr im September an das Ereignis, mit Statisten in entsprechenden Kostümen und professionellen Schauspielern, die das Wagnis eingehen, die glorreiche Schlacht aufleben zu lassen. Ein Schauspiel, das man gesehen haben muss, auch wegen der Erzählerstimmen, die den Festzug und die Schlacht begleiten, seit Jahrhunderten mit immer gleichem Ausgang.

Pietro Mennea, italienischer Stolz

Pietro Mennea ist ein Name, den der Sport, Italien und vor allem die Stadt Barletta, wo er am 28. Juni 1952 geboren wurde, nach wie vor im Herzen trägt. Seine große athletische Begabung unterschied ihn schon von klein auf von den anderen, und so wurde er eines Tages, während er durch die Stadt rannte, von Francesco Mascolo gesehen, Athletik-Experte, der sofort begriff, wen er da vor sich hatte. Pietro Mennea war schon als Junge eine Legende in Barletta, seitdem er Autos herausforderte und immer gewann, egal ob er mit einem Alfa Romeo oder einem Ferrari um die Wette lief.

Er war 19 Jahre alt, als er 1971 als Hochleistungssportler bei den Europameisterschaften teilnahm und im 200m Lauf den 6. Platz mit nach Hause nahm sowie eine Bronzemedaille im 4×100 Staffellauf. Dies war nur der Anfang.

Acht Jahre später und einige Medaillen schwerer, nimmt Pietro Mennea an den „Universiadi“ von Mexico-Stadt teil, läuft die 200m unter schwierigen Bedingungen auf 2000m Höhe, und stellt mit 19,72 Sekunden einen Weltrekord auf, den er für 17 Jahre halten sollte.

Er startete langsam, Pietro Mennea, und beschleunigte schrittweise, und wegen dieser Technik zog er die 200m den 100m vor und genau das verhalf ihm dazu, 3x italienischer Meister im 100m-Lauf und 11x im 200m-Lauf zu werden.

Doch Pietro Mennea war nicht nur ein Athlet, er war vor allem ein Mann, der mit seiner grenzenlosen Güte und Menschlichkeit alle Herzen eroberte. Er war ein außergewöhnlicher Held und gleichzeitig erstaunlich normal, er bekreuzigte sich zu Beginn seiner Wettläufe, und die Fernsehkameras wussten das ganz genau, sie warteten förmlich auf diese antike und einfache Geste, die ein bisschen „nach Süden schmeckten“, nach seinem Süden.

Ein großer Athlet und ein lebhafter, aktiver Geist, mit einer großen Leidenschaft zu studieren und so macht er seinen Abschluss in Polit-, Rechts- und Sportwissenschaften.

1988 zieht er sich während der Olympischen Spiele in Seoul zurück, doch er bleibt nicht stehen: er schreibt mehr als 20 Bücher, wird Wirtschaftsprüfer, Anwalt und Leiter des Fußballverbandes Salernitana sowie Dozent für Europäisches Sportrecht an der Universität „G. D’Annunzio“ in Chieti.

Von 1999 bis 2004 wird er als Europaabgeordneter gewählt und 2006 ruft er gemeinsam mit seiner Frau die Stiftung Pietro Mennea ins Leben, eine gemeinnützige Organisation, die Sozialhilfe bietet und Spenden sammelt.

2013 reißt ihn eine schwere Krankheit aus dem Leben, doch nicht aus den Herzen aller Italiener. 2015 widmet ihm der Sender RAI eine Serie, „der Pfeil des Südens“, in der er von Michele Riondino dargestellt wird und 2017 lässt der Dachverband aller italienischer Sportverbände die Bahnen des Stadions „Puttilli“ in Barletta restaurieren. Während der Einweihungsfeier, in Anwesenheit des Sportministers und Pietros Frau Emanuela Olivieri Mennea sowie weiterer bedeutender Persönlichkeiten, wurde die ihm gewidmete Tafel enthüllt, für den unvergessenen Athleten und Mann.

Giuseppe De Nittis

Giuseppe De Nittis wurde 1846 in Barletta geboren, verließ jedoch schon früh die apulische Stadt, um zunächst nach Paris und dann nach London zu ziehen. Er war ein Maler und war der einzige Italiener, der an der ersten impressionistischen Ausstellung teilnahm. Ganz besonders angetan ist er von schönen Landschaften, Stadtbildern und dem weiblichen Reiz. Sein bekanntestes Bild ist „Frühstück im Garten“, das den Sinn des Impressionismus wiedergibt, nämlich die Darstellung dessen, was der Künstler in einem bestimmten Moment sieht, auch begünstigt durch die Verwendung eines rein fotografischen Schnittes.

De Nittis war ein Freund von Degas und Manet, und starb viel zu früh im Alter von 38 Jahren. Seine Frau Leontine schenkte einen Teil seiner Werke der Stadt Barletta und seit 2007 gibt es im Palast Marra die „De Nittis Pinakothek“.

„La colva di Barletta“

Die sogenannte “colva di Barletta” ist eine Süßspeise, die der Tradition nach an Allerheiligen zubereitet wird. Basis ist herbstliches Frühobst, Trockenfrüchte und Bitterschokolade.

Zutaten:

  • 500gr Getreide zum Kochen
  • 150gr Walnüsse
  • 150gr Mandeln
  • 150gr Haselnüsse
  • 150gr getrocknete Feigen
  • 200gr Bitterschokolade
  • 2 Granatäpfel
  • Sultaninen
  • Rum
  • Dessertwein

Zubereitung:

Das Getreide zwei Tage vorher in Wasser einweichen, am 1. November in heißem Wasser kochen und im Wasser lassen. Die Sultaninen mit etwas Wasser und dem Rum ca. 10 Min einweichen, danach abtropfen lassen und ausdrücken. Die Mandeln rösten und zusammen mit den Wal- und Haselnüssen mahlen. Die Bitterschokolade zerbröckeln und die Granatäpfel schälen, um die Kerne herausholen zu können. Die getrockneten Feigen vierteln.

Hat man alle Zutaten beisammen, das Getreide abschütten und zu allem hinzugeben. Das Ganze kann mit eingedicktem Traubenmost serviert werden.

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