Il Borgo di Castroreale

Castroreale ist eine Schatzkammer kostbarer Juwelen, die in der Berglandschaft der Monti Peloritani liegt und von dort aus auf das Meer und die Berge blickt, die sie umgeben.

Die Sträßchen und engen Gassen führen uns auf und ab, bei der Entdeckung eines kleinen Dorfes, das unglaublich reich an Kultur und Traditionen ist. Ausgangspunkt ist die Kathedrale von Castroreale mit Blick auf die „Piazza delle Aquile“, der bedeutendste Platz des Ortes. Auf diesen bedeutungsvollen Plätzen wimmelt es vor Menschen.

Auf der „Piazza della Moschita“ ist noch der Bogen der antiken Synagoge übriggeblieben, dessen Steine ​​leise flüsternd die Geschichte der jüdischen Gemeinde erzählen, die in diesen Straßen und Häusern lebte.

Ein Spaziergang durch die Altstadt wirkt wie eine Schatzsuche zwischen den Etappen, die die Vergangenheit dieses Dorfes nachzeichnen. Man schlendert durch die Straßen Friedrichs von Aragòn, der mit seiner Burg dieser Stadt Leben eingehaucht hat. Heute ist von alldem nur noch eine alte Spur übrig, wie die „Candelora“-Kirche, eine alte Kapelle des Schlosses, ein Turm und wenig mehr.

Castroreale ist ein wunderbares Konzentrat einfacher Schönheit.

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Die Geschichte

Die Geschichte der ersten städtischen Siedlungen in der Nähe des heutigen Castroreale verliert sich in den Windungen von historischen Ereignissen und Legenden. Es heißt, ein König, der aus dem Nahen Osten gekommen sei, habe beschlossen, eine Stadt zu gründen, die er, wie seine Tochter, Artemisia nannte. Später gründete ihrEhemann einen neuen Ort: Krastos.

Lässt man die alten Mythen beiseite, so wird das Jahr 1324 historisch als Gründungsdatum des Ortes angesehen: das Jahr, in dem Friedrich III. von Aragon das Volk für seine Treue belohnen wollte, indem er eine neue Burg errichten ließ, die sich nach einigen historischen Quellen in der Nähe der Ruinen von Artemisia befand. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf um das Schloss herum. Der neue Ort wurde zunächst Castro und dann Castrorealegenannt, und wurde bald zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für die Verteidigung der Ebene von Milazzo und der ionischen Küste.

Castroreale unterlag nie Feudalherrschaften, sondern war immer unter königlicher Kontrolle, weshalb es große Privilegien und eine wirtschaftliche Entwicklung genoss, die vor allem der jüdischen Gemeinde, die bis zum 15. Jahrhundert dort lebte, Vorteile brachte.

Einen ersten Rückschlag im Wachstum von Castroreale gab es mit dem Erdbeben von 1693, das zahlreiche Gebäude zerstörte, die später im Barockstil wiederaufgebaut wurden. Fast ein Jahrhundert später, im Jahr 1783, verwüstete ein neues Erdbeben die Stadt und die Menschen beschlossen, das hochgelegene Ortszentrum zu verlassen, um sich entlang der Küste niederzulassen.

Heute ist Castroreale ein kleines, aktives und lebhaftes Dorf, voller schöner Sehenswürdigkeiten.

Bafia

Zu Beginn der spanischen Herrschaft im Süden, wählten die Aragonesen Sizilien als Ausgangspunkt für die Eroberung der italienischen Gebiete. In diesem Zusammenhang wird Bafia im fünfzehnten Jahrhundert gegründet, von einer Gruppe eingewanderter Hirten griechischen Ursprungs, die in der Nähe einer Färberei Halt machten. Auch der Name Bafia ist auf dieses Ereignis zurückzuführen, denn„bafeus“ bedeutet auf Griechisch tatsächlich Färberei.

Heute ist Bafia ein Ortsteil der Gemeinde Castroreale. Der Ort liegt auf zwei Hügeln, die die einzigartige Form zweier gekreuzter Hufeisen erahnen lassen.

Protonotaro

Die Geschichte von Protonotaro ist ziemlich verschleiert: Einige Informationen berichten von einem Protonotaro Gutshaus imDemone-Tal, das bereits im 11. Jahrhundert existiert haben soll.

Protonotaro wird aber auch sicher mit einem viereckigen Turm in Verbindung gebracht, der wahrscheinlich vor dem 16. Jahrhundert erbaut wurde und heute noch auf einem Felsvorsprung zu sehen ist.

Heute ist Protonotaro ein Ortsteil der GemeindeCastroreale und liegt etwas mehr als 7 km vom Stadtzentrum entfernt.

Der Dom von Castroreale

Der Dom von Castroreale ist der Aufgefahrenen Heiligen Maria gewidmet und wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Das majestätische Marmorportal und der Glockenturm, der sich rechts vom architektonischen Hauptkörper erhebt, stoßen außen sofort ins Auge. Ersteres zeichnet sich durch einen ausgeprägten Manierismus mit barocken Verzierungen aus, letzterer durch seinen quadratischen Grundriss und die freigelegte Uhr.

An der Fassade, neben dem Portal, befinden sich zwei Säulen, auf denen die Statuen von zwei Engeln sitzen, die zur Aufgefahrenen blicken, die etwas höher in einer Nische steht.

Die Kathedrale von Castroreale ist eine der schönsten Kirchen der Provinz Messina und birgt ein großes Erbe sakraler Kunst. Im Innenraum, mit dem Grundriss des lateinischen Kreuzes,befinden sich 16 Säulen, die den Raum in drei Kirchenschiffe unterteilen. Überall sind Werke unschätzbaren Wertes zu sehen, wie die Marmorstatuen von Antonello Gagioni, Andrea Calamech und Rinaldo Bonanno, aber auch der Chor aus geschnitztem Holz, die Orgelfassade und das Chorgestühl aus Nussbaumholz.

Eine kleine Besonderheit betrifft die Sonnenuhr, die sich auf dem Boden der Kirche befindet. Sie wurde 1854 von Professor Nicola PerroniBasquez realisiert und ist eine der sieben Sonnenuhren, die auf Sizilien zwischen 1801 und 1896 gebaut wurden. Derzeit ist sie die einzige, funktionierende Sonnenuhr.

Die“Mariä Lichtmess”-Kirche

Entlang der alten „Via di Artemisia“ blickt man auf die „Mariä Lichtmess“ Kirche. Es wird vermutet, dass diese Kultstätte ursprünglich die Kapelle der Burg Friedrichs III. von Aragon war und noch die typischen Merkmale der Sakralbauten aus dem 16. Jahrhundert aufweist.

Die Kirche hat ein einziges Kirchenschiff und vier Altäre, und oben befindet sich eine Kuppel, die die Apsis überragt.

Die „Mariä Lichtmess“ Kirche war reich an Prestigewerken, wie Altarbildern und Pappmaché-Werken, aber auch ein Mosaikboden aus dem 17. Jahrhundert. Leider zerstörte ein Erdbeben im Jahr 1908 das Gebäude und beschädigte das künstlerische Erbe erheblich; erst ein Jahrhundert später, im Jahr 2003, ermöglichte eine Restaurierung die Wiedereröffnung für den Gottesdienst.

Heute ist das wichtigste Werk in dieser Kirche die hölzerne Empore, die Giovanni Siracusano zugeschrieben wird. Die Empore wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist vollständig mit Gold überzogen. Unter den verschiedenen Verzierungen der Empore sind sechs Säulen mit Tafeln zu bewundern, die den Marienkult und die Geschichte der gesegneten Kerzen darstellen.

Die “piazze”vonCastroreale

Die Plätze von Castroreale sind der Lebensnerv dieser zu Messina gehörenden Gemeinde, sie sind die Orte, an denen die wichtigsten Denkmäler der Stadt zu sehen sind: außergewöhnliche Erzähler der Geschichte von Castroreale.

Die drei wichtigsten Plätze sind: die „Piazza delleAquile“, auf der die Mutterkirche steht, die „Piazza della Mosquita“, auf der sich einst die Synagoge befand, und das jüdische Viertel mit der„Piazza del Peculio“, heute„Piazza Pertini“ genannt.

Die „Piazza del Peculio“ wurde nach dem „peculiofrumentario“ (Getreidelager) benannt, einem Gebäude aus dem Jahr 1668, das als Lager für Getreide und landwirtschaftliche Erzeugnisse diente und eine „ausgleichende“ Funktion hatte, um ein Preisgleichgewicht aufrechtzuerhalten, das es den Menschen ermöglichte, auch während einer Hungersnot, die zu einem extremen Preisanstieg führte, einzukaufen.

Auf dem Gelände dieses Gebäudes wurde 1924 ein Jugendstilgebäude errichtet, in dem sich derzeit die städtischen Ämter befinden.

Eine weitere wichtige Institution der Vergangenheit, die auf diesem Platz steht, ist das Leihhaus „Monte della Pietà“, das auf Wunsch der Bruderschaft von San Leone mit dem Ziel gegründet wurde, arme Menschen vor Ausbeutern und Wucherern zu schützen. So gewährte das LeihhausGeldanleihen gegen Pfand. Mit diesem Gebäude ist ein Brunnen eng verbunden, der sich unweit davon befindet. Er wurde 1873 erbaut und trägt eine lateinische Aufschrift, die besagt: “Die Alten haben an dieser Stelle das Leihhaus und den Brunnen platziert: das eine stillt den Hunger, der andere den Durst. "

Auf der Piazza della Mosquita, zwischen den Überresten des jüdischen Viertels und der Synagoge, kann man auch den Turm Friedrichs II. von Aragon sehen, das letzte Stück der alten Burg aus dem 14. Jahrhundert, das bis in unsere Zeit übriggebliebenist.

La Giudecca – das jüdische Viertel

Die historische Präsenz einer jüdischen Gemeinde in einem Dorf weckt immer große Neugier und Wissensdurst.

In Castroreale erzählt die Geschichte von einem florierenden und lebendigen jüdischen Viertel, das von den Vorzügen eines Dorfes in königlichem Besitz profitieren und sich somit ein entsprechendes Wirtschaftswachstum ermöglichen konnte.

Der Geschichte der jüdischen Gemeinde inCastroreale wird im 15. Jahrhundert ein Ende gesetzt, als ihre Bewohner aus dem sizilianischen Dorf vertrieben werden.

Von der jüdischen Existenz im Dorf zeugen heute die Straßennamen sowie die Piazza, auf der sich die Synagoge befand, vielleicht noch ein paar wenige Nachnamen und wenig mehr. Viele der Gebäude, die Teil des jüdischen Viertels waren, wurden später zweckentfremdet: dies ist zum Beispiel mitdem Palast „Monte della Pietà“ der Fall, der zu einem christlichen Leihhaus wurde.

Von der Synagoge ist heute nur noch ein Bogen erhalten, doch uns bleibt immer noch der unveränderte Reiz einer der ältesten Religionen und Völker derWelt, das von der Geschichte gezwungen wird, ständig umherzuirren.

U Signori Longu–Der „lange Christus“

Die Bürger von Castroreale verehren das Fest„U Signori Longu“ ganz besonders.

Wie so oft ist die Geschichte dieses „langen Christus“ mit einem alten Wunder verbunden, das durch die Stimme des Volkes bis in unsere Zeit durchgedrungen ist und zweifellos von der brennenden religiösen Gesinnung sowie den Farben der Mythen und Legenden noch etwas ausgeschmückt wurde.

Es wird erzählt, dass im Jahr 1854 eine schreckliche Pestepidemie Messina heimgesucht und mehr als dreitausend Opfer gefordert hat. Viele von denen, die nicht infiziert waren, suchten Zuflucht auf dem Land oder in umliegenden Dörfern. Darunter war auch Giuseppina Vadalà, die Frau von Orazio Nicosia, ein Messinese, der aufgrund seiner Arbeit in Castroreale lebte. Die Frau, die bereits von der Krankheit gezeichnet war, kam ins Dorf, und dies versetzte die ganze Gemeinde in Verzweiflung. Um die Ausbreitung der Epidemie in Castroreale zu verhindern, vertraute sich das Volk dem Gebet und der Fürsprache des „Langen Christus“ an. Am 23. August 1854 zog eine Prozession durch die Straßen der Stadt und brachte die Statue Christi unter den Balkon der Familie Nicosia. Der Ehemann Orazio verließ das Krankenbett seiner sterbenden Frau, um sich vor die Statue Christi zu knien und ein Wunder herbeizuflehen. Als er in das Haus zurückkehrte, fand er seine Frau sitzend im Bett, ohne jedes Anzeichen von Krankheit. In dem Jahr hat die Pest in Castoreale kein Opfer gefordert, und seitdem wird die Prozession als Zeichen der ewigen Dankbarkeit jedes Jahr am 25. August wiederholt, wodurch immer mehr Gläubige und Neugierige in den Ort gelockt werden.

Das Fest „U Signori longu“ dauert drei Tage und wird am 23. August mit einer Prozession eröffnet, die die Statue des Kruzifixes von der Kirche Sant’Agata zur Mutterkirche bringt, wo es bis zum 25. August bleibt, um dann zurückgebracht zu werden. Die Prozession ist das wichtigste Ereignis dieses Festes, da die Statue Christi und sein Kreuz lebensgroß sind, beide auf einer Stange angebracht, die eine Höhe von 14 m erreicht und alle Häuser und Gebäude des Altstadtzentrums überragt, außer der Mutterkirche.

„U Signori Longu“ (der „lange Christus“) wird durch die Straßen der Stadt getragen, und wird von mehreren Masten im Gleichgewicht gehalten; bei jedem Auf- und Abstieg stockt einem der Atem. Aus diesem Grund bewegt sich die Prozession nur langsam und ist somit eines der eindrucksvollsten und schönsten Rituale Süditaliens.

Carmelo Aliberti

Carmelo Aliberti ist ein italienischer Dichter und Literaturkritiker, der 1943 in Bafia, einem Teilort vonCastroreale, geboren wurde.

Er war Professor für Literatur an den Gymnasien von Castroreale und Literaturwissenschaftler an der Universität von Messina.

Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtsammlungen, ein Kurzgedicht, mehrere Literaturkritiken und gründete außerdem die Zeitschrift „Cultura ‘Novecento“.

Für seine literarische und kulturelle Tätigkeit wurde er 1990 vom Präsidenten der Republik mit der Auszeichnung “Schul-, Kultur- und Kunstverdienst" ausgezeichnet und erhielt 2008 den nationalen Kritikpreis “Giorgio La Pira".

Pina Menichelli

Giuseppa IolandaMenichelli stand seit 1907 unter dem Künstlernamen Pina Menichelli auf den italienischen Bühnen. Sie wurde 1890 in Castroreale als Tochter einer Familie mit langer Schauspieltradition geboren.

Ihre Karriere begann 1907 im Theater, ab 1913 begann sie, an zahlreichen Kinofilmenteilzunehmen.

Ihr Charakter und ihr sinnliches Aussehen haben sie zu DER Diva des italienischen Stummkinos und in kurzer Zeit zu einem großen Star werden lassen.

Nachdem sie “Die zweite Frau" (1922) und “Die Frau, der Mann und die Blondine" (1923) gedreht hatte, verließ sie das Filmgeschäft, um sich ihrem Ehemann und ihren Kindern zu widmen.

Trotz ihres Glanzes und ihres Erfolgs als Schauspielerin hat die Öffentlichkeit sie langsam vergessen. Sie starb 1984 im Alter von dreiundneunzig Jahren in Mailand.

Traditionelle Desserts: der schwarze Reis und die Kekse der Äbtissin

In Castroreale haben Traditionen einen süßen Geschmack und antike Ursprünge. Es gibt zwei Gerichte, die diesen Ort im Gebiet von Messina besonders auszeichnen, beide sind Desserts: schwarzer Reis und die Kekse der Äbtissin.

Schwarzer Reis

Zutaten

– 1 kg Reis

– 400 g Mandeln

– 1 kg Zucker

– 200 g gehackte dunkle Schokolade

– Zimtpulver n. B.

– nach Belieben kandierte Früchte, Quittengelee und Silber Konfekt Dragees

Mandeln in einem Tontopf kochen, bis sie fast schwarz sind, danachkleinhacken, bis eine cremige und homogene Mischung entsteht, ähnlich einer Marmelade.

DenReis bissfest kochen und Folgendes hinzufügen: ein kg Zucker, die Marmelade mit ein wenig Reiswasser, Stücke Bitterschokolade, eine Prise Zimt und zehn Minuten lang kochen. Danach kann der Reis in einem flachen Teller angerichtet und erneut mit Zimt bestäubt werden. Zum Abschmecken und Dekorieren kann man als Beilage hinzufügen: ein paar kandierte Früchte, etwas Quittengelee und Silber Konfekt Dragees.

Dieses Dessert ist typisch an Weihnachten, der Duft der gerösteten Mandeln erfreut die Herzen der Bewohner und kündigt die schönste Zeit des Jahres an.

Die „Kekse der Äbtissin“ oder auch „biscotticastrensi“ genannt, werden nur in diesem sizilianischen Dorf hergestellt und das Rezept wird von den lokalen Bäckern und Konditoren immer noch eifrig gehütet.

Diese Kekse wurden von Nonnen des Klarissenordens entworfen: Klosternonnen, die bis 1866 im Kloster Santa Maria degliAngeli lebten.

Über die Zutaten ist wenig bekannt, sicher ist nur, dass sie frei von Milch und Eiern sind. Es gibt zwei Varianten: die erste ist weich und warm, gefüllt mit Marmelade oder Schokolade; die zweite ist etwas trockener, zum Einweichen in heiße Milch oder Zitronenwassereis geeignet.

In Castroreale werden diese Kekse in Spezialitätenläden verkauft, aber jedes Jahr im August findet das traditionelle Keksfestival statt, ein unverzichtbares Ereignis für diejenigen, die diese lokale Delikatesse lieben.

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