Il Borgo di Abbateggio

Die kleine Ortschaft Abbateggio überblickt die Klüfte des Gran Sasso und die spitzen Gipfel des Majella-Massivs.

Der älteste Teil des Dorfes, der direkt an den Felshängen gebaut wurde, besteht aus einfachen Häusern aus hellem, lokalem Naturstein.

Abschüssige Sträßchen und steile Treppen kennzeichnen diesen alten Kern, der sich dadurch vom neueren Zentrum unterscheidet.

Abbateggio ist seit jeher von Menschen bewohnt und ein Ort faszinierender Geschichten und wundersamer Erscheinungen, wie die der Madonna auf dem Berg Elcina, wo heute eine Wallfahrtskirche steht. Die Landschaft und Hügel, die das Dorf umgeben, muss man alle entdecken, zwischen den Überresten alter Kirchen und prähistorischer Dörfer, vor allem mit den faszinierenden runden Steinhütten. Hierbei handelt es sich um Trockenunterstände, um Landwirten und Hirten eine vorübergehende Bleibe zu bieten.

Stein auf Stein stellen diese Hütten, mehr als alles andere, das Wahrzeichen dieser Ortschaft dar, spitz und kantig wie ihre Berge, aber auch einfach und bescheiden, wie diese Behausungen.

Das ist die Schönheit von Abbateggio.

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Im 12. Jahrhundert wurde Abbateggio erstmals im„ChroniconCasauriense“ erwähnt. Zu dieser Zeit wurde dieses Gebiet von den Normannen dominiert und wahrscheinlich definierten sie den Ortsnamen, der sich aus dem französischen Begriff ab(b)ateis ableitete, der so viel wie„Abholzung“ oder„kürzlich gefällter Wald“ bedeutete.

Das Dorf Abbateggio existierte jedenfalls schon vor dem Erscheinen in schriftlichen Quellen. Es wird vermutet, dass seine Gründung mit dem im Jahre 871 in Casauria entstandenen Kloster San Clemente in Zusammenhang stehen könnte.

Die historischen Ereignisse dieses Ortes sind mit verschiedenen Familien verbunden, damalige Lehnsherren, einschließlich der Familien De Balzo und Acquaviva. 1731 wurde das Herzogtum Parma und Piacenza Karl III. anvertraut undAbbateggio fiel unter die Macht des Königreichs Neapel, dem es lange Zeit treu blieb. Im Jahr 1799 gingen die Einwohner von Abbateggio und anderen umliegenden Dörfern auf die Straße, um gegen die Franzosen der Neapolitanischen Republik zu kämpfen, zugunsten der Wiederherstellung der Bourbon-Monarchie. Die Franzosen gewannen und besiegten die Aufständischen in Manopello.

Die Majella-Schluchten, an deren Hängen Abbateggio liegt, boten in der Einheitszeit Unterschlupf für Banditen. Viele in diesem Dorf waren gegen die Einheit Italiens und schlossen sich der „Majella-Bande“ an, einer Gruppe von Banditen, die auf dem abruzzischen Apennin-Massiv tätig waren.

Während der Jahre des Faschismus förderte Mussolini eine administrative Neuordnung und in diesem Zusammenhang wurde Abbateggio 1929 als eigenständige Gemeinde unterdrückt und wurde es erst 1947 wieder.

Die Kirche des heiligen Märtyrers Laurentius

San Lorenzo (der Heilige Laurentius) ist der Schutzpatron von Abbateggio und die Kirche im historischen Zentrum des Dorfes ist nach ihm benannt. Es ist eine Saalkirche mit rechteckigem Grundriss.

Die Außenfassade orientiert sich am klassischen Stil, das Portal im Stil des 15. Jahrhunderts und der quadratische Glockenturm stechen besonders hervor. Im Inneren des Glockenturms befindet sich eine Wendeltreppe aus lokalem Stein, ein echtes Juwel der Handwerkskunst.

Die Innenräume sind durch rechteckige Halbsäulen unterteilt, die sich durch einen spätbarocken Stil auszeichnen, der sich vor allem in der Dekoration wiederfindet. Die Kirche ist reich an Rosetten und Stuckarbeiten, die die volkstümliche Tradition dem Tessiner Stuckmaler Pietro Francesco Canturio zuschreibt, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mittelitalien wirkte. Von besonderem Wert sind auch das Weihwasserbecken sowie die Holzstatue des Heiligen Laurentius.

Die Kirche“Madonna dell’Elcina”

Dieser Ort der Anbetung ist mit einer alten Geschichte voller Wunder und Erscheinungen verbunden. Eines Tages sollen zwei stumme Hirtenjungen auf dem Hügel Elcinadie Schafe gehütet haben, als sie plötzlich unter einer Steineiche eine Frau und ein Gemälde sahen, das die Madonna mit dem Jesuskind darstellte. Die Frau fragte die Hirtenjungen nach einer Kirche auf dem Hügel und wiederholte die Frage dreimal. Beim dritten Mal rannten die Jungen in das Dorf und zu Hause angekommen, berichteten sie, zum ersten Mal sprechend, was sie gesehen hatten. Die begeisterte Mutter informierte die Nachbarschaft und das ganze Dorf. Viele gingen mit den kleinen Hirtenjungen zum Ort der Erscheinung. Nach einer Abstimmung wurde beschlossen, das Bild in die Kirche des Heiligen Laurentius zu bringen, doch am nächsten Tag wurde es wieder am Fuße des Baumes auf dem Hügel gefunden. Dies wiederholte sichfür zwei weitere Tage, bis alle verstanden, dass die Muttergottes eindeutig den Bau einer Kultstätte an genau der Stelle forderte.

Die heutige Kirche der „Madonna dell’Elcina“, stammt aus dem Jahr 1927 und wurde an der Stelle errichtet, an der sich die alte Wallfahrtskirche befand. Im Inneren befindet sich unter dem Altar der Rest einer Steineiche, die als der alte Baum gilt, an dessen Fuß die Jungfrau erschien. In der Kirche befindet sich auch eine Statue der „Madonna dell’Elcina“ aus bemaltem Terrakotta. Während ihrer Restaurierung wurde auf der Rückseite ein Gemälde gefunden, das die Madonna mit dem Jesuskind zeigt. Das Gemälde stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert und obwohl es nicht mit dem Jahr übereinstimmt, in dem die Jungfrau Maria erschien, betrachten die Menschen es als das Gemälde, das die Hirtenjungen unter der Steineiche gefunden haben.

Paläolithische Ausgrabungsstätte desGiumentina-Tales und Paläolithisches Ökomuseum

Zwischen 1954 und 1955 begannen der Professor Antonio MarioRadmilli und sein Wissenschaftlerteam der Universität Pisa eine eingehende Untersuchung eines Teils des Giumentina-Tals, das sich als eines der wichtigsten archäologischen Gebiete der Abruzzen herausstellte.

Dank der in jenen Jahren durchgeführten Studien wurde das Vorhandensein eines Sees in der Antike nachgewiesen, der vor etwa fünfzigtausend Jahren ausgetrocknet ist. Um dieses Gewässer ließen sich im Zeitraum von vor 500.000 bis 40.000 Jahren Menschengruppen nieder. Diese Zeitspanne war durch starke klimatische Veränderungen gekennzeichnet, die Urmenschen durchliefen in jenen Jahren zwei Eiszeiten und ihre entsprechenden Zwischenperioden. Aus den durchgeführten Studien konnte abgeleitet werden, wie sich diese Gruppen an die unterschiedlichen Temperaturen anpassten, mit dem Wandel verschiedener Flora-Arten und unterschiedlicher prähistorischer Technologien.

Die Ausgrabungen brachten die Tätigkeit der Großwildjagd hervor, insbesondere von Tieren wie Bären und Hirschen, obgleich nur wenige Überreste gefunden wurden.

Heute kann man mit Sicherheit behaupten, dass dieses Gebiet des Giumentina-Tals im gesamten Früh- und Mittelpaläolithikum besiedelt war, und diese These wird auch durch die Steinfunde bestätigt, die mit einer bestimmten Technik bearbeitet wurden.

Im September 2012 nahm eine Gruppe von Wissenschaftlern die detaillierte Untersuchung des Gebiets wieder auf.

Am 8. Juni 2013 wurde das Paläolithische Ökomuseum im Giumentina-Tal gegenüber der Ausgrabungsstätte eingeweiht.

Das Ökomuseum will den Besucher durch die Reproduktion der damals typischabruzzischenBauten der Land- und Hirtenwirtschaft und durch die Verwendung illustrativer Tafeln in eine Welt führen, die seit Jahrtausenden verschwunden ist. In diesen typischen runden Trockenbauten werden auch die Tätigkeiten und das tägliche Leben des Neandertalers dargestellt.

Das Ökomuseum umfasst auch eine experimentelle archäologischeWerkstatt.

Archäologischer Komplex„Sant’Agata“

Im Bereich des ViertelsSant’Agata gibt es einen archäologischen Komplex, der mit einer alten Kultstätte in Verbindung gebracht wird. Hier stand früher eine mittelalterliche Kirche, von der heute nur noch der Votivaltar übrig ist; die Frauen pilgerten hierher und benetzten ihre Brust mit dem Wasser aus der nahen Quelle. Ein uraltes Versöhnungsritual, das mit Fruchtbarkeit und Überfluss verbunden ist und auf die antike Fruchtbarkeitsgottheit italisch-romanischen Ursprungs zurückgeht.

Im Laufe der Jahre verfiel die Kultstätte, es ist bestätigt, dass die Kirche im Jahr 1629 bereits zerstört war. Das weibliche Ritual, das an einem besonders verehrten Altar stattfand, hörte jedoch nicht auf.

Dank einiger archäologischer Ausgrabungen wurden die Überreste der Kirche ans Licht gebracht, und es hat sich gezeigt, dass es genau hier eine noch ältere Kultstätte gab.

Nationaler Preis für naturalistische Literatur “ParcoMajella"

Seit 1998 findet in Abbateggio der Literaturpreis “ParcoMajella" statt, ein von Jahr zu Jahr gewachsener Literaturwettbewerb, an dem wichtige Namen der Literatur teilnehmen, wie z. B. die Schriftstellerin DaciaMaraini und der Literaturnobelpreisträger Dario Fo.

Der Wettbewerb steht Schriftstellern, Profis und Amateuren sowie italienischen und ausländischen Journalisten offen. Er ist in mehrere Abschnitte unterteilt, zu denen in der Regel die veröffentlichte und unveröffentlichte Belletristik, Poesie und Sachliteratur gehören.

Die Ausschreibung des Wettbewerbs wird im Januar veröffentlicht und die Texte werden dem Urteil von Fachprofessoren, Journalisten, Wissenschaftlern und Mitgliedern besonders wichtiger Umweltverbände überlassen.

Im Juli findet der Abschlussabend mit der Preisverleihung der Gewinner statt.

Das Dinkel-Fest

Seit 1992 wird in Abbateggioin der Nacht von San Lorenzo der Schutzpatron gefeiert und das wichtigste Produkt dieses Dorfes gewürdigt: der Dinkel.

Die Dinkelkörner gehörten bis vor einigen Jahrzehnten nur den alten Bauernfamilien von Abbateggio, dank einer Eingebung des lokalen „Pro Loco“, wurden sie allen zugänglich gemacht.

InAbbateggio steht ein lokales Produkt im Mittelpunkt, auch um eine gesunde Ernährung zu fördern, die auf dem üblichen Verzehr von Ballaststoffen und Dinkel basiert, einem Getreide mit vielen bekömmlichen Eigenschaften.

Am 10. August findet das traditionelle Dinkel-Fest statt, bei dem verschiedene Produkte aus diesem Getreide probiert werden können. Nicht zu versäumen sind die Desserts, die von erfahrenen Konditoren zubereitet werden.

Dinkel-Salat ausAbbateggio

Im Sommer gehören Salate zu den beliebtesten Gerichten, da sie frisch sind und in vielen Variationen zubereitet werden können. Einer davon ist der mit Dinkel, ideal dafür ist eine Dinkelsorte, die in Abbateggio angebaut wird.

Zutaten:

  • 500 gr Dinkelaus Abbateggio
  • 2 kg Tomaten
  • 3 rote Paprika
  • 2 Auberginen
  • 4 Zucchini
  • 250 gr grüneBohnen
  • 100 gr geschälte und gerösteteMandeln
  • 150 gr Schafs- oderZiegenkäse
  • 100 ml nativesOlivenöl extra
  • 1 BundBasilikum
  • Salz n. B.

Zubereitung

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Salz und Dinkel dazugeben und ca. 30 Minuten kochen lassen. Abtropfen, schnell in kaltes Wasser geben und abkühlen lassen.

In einem anderen Topf erneut Wasser kochen, Salz und Bohnen hinzufügen. Nach dem Kochen abtropfen und abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden. Auch die Tomaten halbieren, Salz und etwas Öl hinzugeben und etwa eine halbe Stunde lang kochen. Danach vorsichtig enthäuten und in kleinere Stücke schneiden. Zucchini und Auberginen waschen, in Scheiben schneiden und grillen.

Die Paprikaschoten waschen und trocknen, dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und in den auf 200° vorgeheizten Backofen geben. Von Zeit zu Zeit wenden.Danach aus dem Ofen nehmen und mit Frischhaltefolie bedecken. Zum Schluss die Schale entfernen und in Stücke schneiden.

Basilikum waschen und trocknen. Mit Hilfe eines Mixers das Mandelpesto vorbereiten, indem zuerst das Basilikum zerkleinert und danach die gerösteten Mandeln mit 100ml nativem Olivenöl extra hinzufügt werden.

Das bereits abgekühlte Gemüse in eine große Schüssel geben und mit dem Mandelpesto würzen. ZuletztdenDinkel und Käseraspeldazugeben.

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